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AOK: Eigenanteile für Pflegeheime in Sachsen-Anhalt erneut gestiegen / Mehr als 2.100 Euro müssen Bewohnende im Durchschnitt selbst zahlen

2025 mussten Pflegebedürftige in Sachsen-Anhalt im Pflegeheim im Durchschnitt 2.1111 Euro selbst zuzahlen. Foto: AOK

Die Eigenanteile für Pflegeheimbewohner in Sachsen-Anhalt sind im letzten Jahr erneut gestiegen. Nach einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) mussten 2025 Pflegebedürftige in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt 2.111 Euro pro Monat selbst für ihren Platz im Pflegheim zahlen – und das nach Abzug aller Zuschläge und Leistungen der Pflegekasse. Die AOK Sachsen-Anhalt fordert deshalb schnellstmöglich Reformen der Pflegeversicherung.

 

Magdeburg, 22. Januar 2026 - Insgesamt kostete ein Heimplatz in Sachsen-Anhalt 2025 im Durchschnitt 4.569 Euro. Davon übernehmen die Pflegekassen 1.641 Euro, hinzu kommt ein Zuschlag nach Wohndauer von durchschnittlich 817 Euro. Selbst zuzahlen müssen die Pflegebedürftigen durchschnittlich 962 Euro für den pflegebedingten Eigenanteil, 819 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 330 Euro für Investitionskosten.

„Seit Jahren steigen die Eigenanteile für Pflegeheimbewohner in Sachsen-Anhalt mehr oder weniger ungebremst. 2017 lagen diese noch bei durchschnittlich 1.113 Euro pro Monat, 2025 bereits bei 2.111 Euro, haben sich also nahezu verdoppelt“, sagt Corinna Beutel, Leiterin des Geschäftsbereiches Gesundheitsversorgung und Pflege bei der AOK Sachsen-Anhalt. 2021 führte die Politik zwar Zuschläge ein, die je nach Wohndauer die Eigenanteile begrenzen sollten. Das damalige Eigenanteilniveau von 1.557 Euro pro Monat wird mittlerweile aber wieder deutlich überschritten. 

Die Zahlen zeigen auch, dass die Eigenanteile bundesweit gestiegen sind und je nach Bundesland variieren. Während die durchschnittliche Zuzahlung in Sachsen-Anhalt bei 2.111 Euro liegt, waren es in Nordrhein-Westfalen 2.969 Euro pro Monat. Sachsen-Anhalt hat bundesweit damit noch den niedrigsten Wert.

Trend wird weiter anhalten, wenn Politik nichts unternimmt

„Der ungebremste Anstieg ist erschreckend, insbesondere vor dem Hintergrund, dass 2025 die Zuschüsse der Pflegekassen gestiegen sind und wir auch immer mehr Geld für die Zuschläge nach Wohndauer bereitstellen. Insgesamt hat die Pflegekasse der AOK Sachsen-Anhalt 2025 über 1,4 Milliarden Euro ausgegeben. 2024 waren es noch 1,3 Milliarden“, sagt Beutel.

Der Trend werde deshalb weiter anhalten, wenn die Politik nicht schnell handelt. Beutel: „Die Politik muss nun endlich eine nachhaltige Struktur- und Finanzierungsreform der Pflegeversicherung auf den Weg bringen – die Rechnung zahlen sonst die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen.“

Um Pflegebedürftige von den Eigenanteilen zu entlasten, schlägt die AOK vor, dass die Länder ihrer finanziellen Verantwortung nachkommen und die Investitions- und Ausbildungskosten für die Pflegeheime vollständig übernehmen. Diese werden aktuell allein von den Pflegeheimbewohnern getragen. Außerdem müssen die Leistungen der Pflegeversicherung jährlich angepasst werden. Orientieren sollten sich diese Anpassungen an den Beitragseinnahmen. 

Um die Pflegeversicherung zu entlasten, müsse der Bund zudem endlich versicherungsfremde Leistungen aus Steuergeldern finanzieren. „Es kann nicht sein, dass der Bund auf dem Rücken der Beitragszahlenden seinen Haushalt saniert. Die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige oder kostendeckende Beiträge zur Pflegeversicherung für Bürgergeldempfänger sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die vom Bund übernommen und aus Steuergeldern finanziert werden müssen. Hier muss der Bund endlich seiner Verantwortung gerecht werden“, so Beutel.

 

Quelle: AOK Sachsen-Anhalt

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